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Warum in die Ferne...
 
Montag, 09. Juni 2008

Warum in die Ferne...

von Verena - Bosslet

So schön ist die Ostsee: Abendstimmung vor Neustadt/Holstein. Foto: Verena Bosslet
Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah - jedenfalls, wenn man im Hohen Norden der Republik im Land zwischen den Meeren lebt. An der Ostsee. Ostsee? Ja. Ostsee! Auch Baltisches Meer genannt - von lat. Mare Balticum - oder auch suevisches Meer nach dem Stamm der Sueben im heutigen Mecklenburg.

Die Ostsee ist ein 413 000 Quadratkilometer großes und bis zu 459 Meter tiefes Binnenmeer und gilt als das größte Brackwassermeer der Erde. Ein wunderbares Segelrevier, wenn man im Sommer denn erst einmal da ist. Also: Hinter Hamburg rechts abbiegen und sich auf der A1 in den Stau einreihen und dann immer der Karawane folgen. Um und bei 60 Kilometer sind es vom Kreuz Ost bis nach Lübeck.

Und hier beginnt das Paradies entlang der schleswig-holsteinischen Küste bis Flensburg und auf Mecklenburger Seite bis Usedom. Oder eben einmal rundherum um das Meer, an das weitere acht Länder grenzen. Mehr als 100 Häfen und Marinas liegen jedenfalls dicht an dicht an den Ufern deutscher Gewässer.

Und nun will die Ostseeküste noch einen drauf legen. Sie will zu einem wahren Dorado für Sportbootbesitzer werden. Wie die Lübecker Nachrichten (www.ln-online.de/artikel/2364906) jüngst schrieben, sollen "Lücken im derzeitigen Hafennetz in den nächsten Jahren sinnvoll geschlossen werden".

Das freut den Segler. Der Wassersport boomt und gleich mehrere Seebäder haben sich große Sportboothäfen-Projekte auf die Fahnen geschrieben. Manche Planungen sind noch wage, manche bereits umgesetzt: Kappeln "Port Olpenitz" (2200 Liegeplätze), Marina Wendtorf/Kiel (800), Burgstaaken/Fehmarn "Atoll" (550), Dahme "Nautic Park" (200), Niendorf "An der Acht" (60), Travemünde "Möwenstein Resort" (400), Boltenhagen "Weiße Wiek" (290, eröffnet), Hohen Wieschendorf (100, fast fertig).

Stolze 500 Millionen Euro sollen investiert werden. Eine Summe, die sich nach Ansicht von Jens Meyer von der koordinierenden Entwicklungsgesellschaft Ostholstein auszahlen wird. "Häfen sind die Visitenkarten Schleswig-Holsteins. Im Umfeld von Marinas wird viel Geld ausgegeben", wird er in den Lübecker Nachrichten zitiert. Wie wahr: Zu den Kosten für Sommerliegeplätze, die zwischen 350 und 3000 Euro liegen können, lässt der Bootseigner rund 60 Euro am Tag aus der Bordkasse in die Kassen der Restaurants, Kneipen, Supermärkte und Klamottenläden fließen.

Also: Der Norden rüstet sich. Hauptsache, es kommen aus Segler. Denn warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah - jedenfalls, wenn man im fernen Süden der Republik da bei den Bergen lebt. Um die Ecke - vom Mittelmeer.

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